Der Deepmind 12XF von Behringer ist ein analoger Synthesizer mit 12-stimmiger Polyphonie, einem 19"-Rack fähigen Desktop-Gehäuse und großem Funktionsumfang. Die X-Version unterscheidet sich von der grau-schwarzen Version durch die rot und blau markierten Funktionsbereiche, was dem DeepMind X den typischen Roland Juno-Look verleiht. Was Maße, Features und technische Spezifikationen betrifft gibt es keine Unterschiede. Das Instrument bietet zwei Oszillatoren, Rauschgenerator, ein Lowpass Filter mit nachgeschaltetem Highpass Filter, einen Stereo VCA, zwei LFOs, drei ADSR Hüllkurven und vier Effekt-Prozessoren mit flexiblem Routing. Dank der Modulationsmatrix mit acht Einträgen erreichen die Sounds des DeepMind eine Lebendigkeit, wie man sie bei Polyphonen Synthesizern eher selten hört. Bei all dem potential für abgefahrene Klang-Experimente gelingen selbstverständlich auch klassische Vintage-Sounds. In weiteres Highlight ist die Möglichkeit den Deepmind via Fernsteuerung per App bedienen zu können.
Analoger Signalweg nach historischem Vorbild
OSC 1 erzeugt gleichzeitig die Wellenformen Sägezahn und Rechteck mit variabler Pulsweite (PWM) und OSC 2 erzeugt Rechteck mit variabler Pulsweite. Die Kombination der Rechteck/Pulse Wellenformen von OSC 1 und die Tone Modulationen von OSC 2 verleihen dem DeepMind seinen frischen und besonderen Charakter, wie man ihn seit den Juno Synthesizern aus den 80er Jahren zu schätzen weiß. Das Klangspektrum wird durch einen Rauschgenerator ergänzt. Auf die drei Tongeneratoren mitsamt Mixer folgt das ebenfalls analoge, charismatische Lowpass Filter mit einer Flankensteilheit von wahlweise 12 oder 24 dB. Direkt einstellbar sind Keytracking, LFO-Modulation und Hüllkurve mit zuschaltbarer Invertierung. Ein nachgeschaltetes, resonanzloses Highpass Filter räumt bei Bedarf den Bassbereich auf. Das letzte Element des analogen Signalwegs ist der Stereo-VCA.
Die LFOs - Activity Nonstop!
Auf den ersten Blick sind die beiden LFOs mit jeweils 7 Wellenformen (Sinus, Dreieck, Rechteck, Sägezahn, Rampe, Sample & Hold, Sample & Glide) und Reglern für Frequenz und Modulationsverzögerung übersichtlich gehalten. Im Edit-Menü verbergen sich zusätzlich Key Sync (Neustart des LFOs bei jeder neuen Note), Clock Sync (Clock-Raten mit konkretem Tempo-Bezug) sowie Parameter für Phase-Link mit beiden LFOs und der der Fähigkeit zur gegenseitigen Modulation (Crossmodulation).
Effekte im Überfluss
Vier simultan nutzbare Effekt-Engines greifen auf einen Pool bestehend aus 33 hervorragenden Algorithmen von TC Electronic, Midas und Klark Teknik zurück. Darunter befinden sich bewährte Standards wie Reverb, Chorus, Flanger, Phaser, Delay, Multiband Distortion und viele mehr. Einen schönen Dub-Chord mit Chorus, zwei unterschiedlich eingestellten Delays und EQ aufzuwerten ist daher kein Problem für den DeepMind. Darüber hinaus verfügen die Effektblöcke über flexibles Routing und die Effekt-Parameter sind über die Modulationsmatrix modulierbar. Zu den Effekten des DeepMind gehören u.a. folgende Algorithmen:
vom Lexicon 480L inspirierter Hall erzeugt: Hall, Ambient, Rich Plate, Room und Rich Chamber
aus der MIDAS PRO X Live Digital Console: 4 BAND EQ
vom SPL Vitalizer inspiriert: STEREO ENHANCER
vom Tech 21 SansAmp inspiriert: RACKAMP
Fairchild 670 tube compressor
Midas Multi-Band Distortion
Edison EX1
Auto Pan
Noise Gate
Stereo Delay
3-Tap Delay
Modulation Delay
Stereo Chorus
Dimensional Chorus
Stereo Flanger
Stereo Phaser
Mood Filter
Dual Pitch Shifter
Rotary Speaker
Drei Hüllkurven-Generatoren
Drei ADSR-Hüllkurven mit jeweils vier Segmenten (Attack, Decay, Sustain, Release) stehen im DeepMind für die Klangformung zur Verfügung. Unüblicherweise bietet jedes Segment für noch mehr Flexibilität eine kontinuierlich variable Kennlinie. Die Hüllkurven-Trigger-Modi umfassen: Legato, Mono und Retrigger. Zusätzlich können die Hüllkurven geloopt werden. Dies ermöglicht Hüllkurvenverläufe, die man in dieser Komplexität bei polyphonen Synthesizern nur selten zu Gehör bekommt.
Achtfache Modulationsmatrix
Möchtest Du die Länge des Halls, oder die Wirkung des Kompressors mit dem Modulationsrad steuern? Oder wie wäre es die MIDAS Multiband Distortion von einem LFO oder mit Aftertouch zu modulieren? Mit 25 Modulations-Quellen und 133 Zielen lässt sich so ziemlich alles modulieren und automatisieren. Modulationszuweisungen werden intuitiv durch Drücken und Halten von Shortcuts zugewiese, was neben der Synthese einen weiteren Pfad öffnet, den es zu erforschen gilt.
Step-Sequenzer mit 32 Schritten
Der in seiner Geschwindigkeit regelbare Sequenzer kann wahlweise per MIDI gesynct werden und erlaubt eine Patternlänge von bis zu 32 Schritten. Neben der Tonhöhe einschließlich polyphone Eingaben für Chords lässt sich die Notenlänge, Velocity und Swing programmieren. Velocity und Keytracking finden sich auch in der Modulationsmatrix als Modulationsquelle wieder.
Remote Control
Eine umfassende Fernbedienung ist für den DeepMind via iPad/PC/Mac und ausgewählten Android Apps über USB oder MIDI für erweiterte Parameterkontrolle möglich. Die iPad App bietet zusätzlich einen zuverlässigen Preset Manager, einen Gig List Editor und einen integralen Patch Morpher.
Introducing Behringer DeepMind Series X
Behringer DeepMind 12 Patch Demonstration - Bank B